der grosse tyrann

Kontakt: info@dergrossetyrann.com

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Noch mehr gute Nachrichten: der grosse tyrann wurde von der Stadt Zürich und dem Kanton Zürich gefördert.

Wir planen mit „der grosse tyrann“ ein neues Projekt im Hyperlokal, das dort am 7.10.2022 Premiere hat. Weitere Vorstellungen: 9.10., 14.-15.10. Gastspiele sind in Abklärung.

„Abgesang auf Lucia Joyce – Eine Wahnsinnsarie“ handelt von Lucia Joyce, Tänzerin, Patientin von C. G. Jung (Zwischenstation Burghölzli), Tochter von James Joyce, Geliebte von Samuel Beckett. Eine feministische Geschichte aus dem Lehrbuch – die Frau, überschattet durch den Glanz der berühmten Männer, eingesperrt im Patriarchat. Ihre Briefe wurden alle vernichtet, um James Joyces Ansehen nicht zu trüben. Lucia Joyce wurde nach James Joyces Lieblingsoper „Lucia di Lammermoor“ benannt. Pikant daran: Es geht darin um eine Frau, die „den Verstand verliert“, besonders berühmt ist die „Wahnsinnsarie“ der Titelfigur.
Als Tänzerin war sie in den 1920er Jahren in Paris Teil der Avantgarde. Wanda Wylowa und Liliane Koch stehen wieder gemeinsam auf der Bühne, erzählen von Lucia Joyce, Übervätern und dem Wunsch sich freizutanzen. Zum ersten mal arbeitet der grosse tyrann mit dem Opernsänger Niklaus Kost und dem Tänzer Simon Fleury zusammen. Lucia Joyces Bruder Giorgio Joyce war Opernsänger, James Joyce träumte immer davon Opern zu singen und Familie Joyce sang viel gemeinsam zum Grammophon oder Klavier. Koch und Wylowa repräsentieren das klassische Erzähltheater, das durchbrochen und ergänzt wird von den beiden anderen Disziplinen. Die beiden Männer nehmen sich Raum auf eine Art, zu der Koch und Wylowa nicht in der Lage sind.  Musikalisch bedienen sie sich u.a. aus der Donizetti-Oper.

der grosse tyrann hat sich dem Konzept der HERSTORY verschrieben – Geschichtsschreibung aus weiblicher Perspektive. Da sich hier die Quellenlage schwieriger gestaltet, nutzt der grosse tyrann die Mittel des Theaters, um sich in Lucia Joyces Lage zu versetzen, ihre Geschichte zu reimaginieren und dieser vergessenen und verdrängten Figur ein künstlerisches Denkmal zu setzen. 

NEWS

I’ll tell ‚em what I like, what I want, and what I don’t
But every time I do, I stand corrected
I realize I’m overprotected
B. Spears (2001)

Gute Nachrichten: der grosse tyrann recherchiert! Wir wurden von der Stadt Zürich Kultur gefördert für unser Recherchevorhaben „Overprotected – Psychiatrie und Patriarchat“.

Hier sind Wanda Wylowa, Maude Hélène Vuilleumier und Liliane Koch vor dem Psychiatriemuseum in Bern.

Vorhaben
In der Recherche “Overprotected ” untersucht der grosse tyrann das komplexe Verhältnis zwischen Psychiatrie und Patriarchat. „Frau“ und „Wahnsinn“ sind kulturgeschichtlich miteinander verknüpft. Die Trope der “madwoman” ist insbesondere in der Literatur des 19. Jh. eine wichtige Figur. Im Standardwerk der feministischen Rezeption “The madwoman in the attic” von Sandra Gilbert und Susan Gubar heisst es, die Figur der “Rasenden” sei die Inkarnation der Wut und des Ausbruchs aus dem bürgerlichen System, aus dem männlich geprägten Text. Dem weiblichen “Wahnsinn” wird oft etwas Widerständiges gegenüber der patriarchal eingerichteten Gesellschaft zugeschrieben. Die “Wahnsinnige” rebelliert gegen soziale Normen und Werte, schert sich nicht mehr um gendertypische Erwartungen. Das feministische Theaterkollektiv will die Trope der „madwoman“ dekonstruieren, ihr szenisches Potenzial erforschen. Dabei suchen die Künstlerinnen nach einer Umsetzung, die nicht exotisierend, stigmatisierend, sondern kraftvoll und empathisch ist.

Gemälde von Tony Robert-Fleury, 1876
Der französische Psychiater Philippe Pinel befreit psychisch Kranke von ihren Ketten in Paris 1795

Hier unsere beiden Trailer der vorangegangenen Stücke:

Trailer Temple of Chaos
Trailer AVE MARIA