Made of Steele

Foto: Johannes Dietschi

Kurzbeschreibung des Projekts

Ausgehend von dem Bestseller „50 Shades of Grey“ ensteht eine fragmentarische Performance aus subjektiv-weiblicher Perspektive. Die vier Performerinnen fragen sich, wie der grosse Erfolg dieses Romans zu erklären ist und bearbeiten ihn aus vier verschiedenen Blickwinkeln auf persönliche Art und Weise. Da wir den Erfolg des Romanes u.a. für ein Phänomen des Kapitalismus und kluger Verkaufsstrategie halten, werden die Zuschauer zu Beginn durch eine Ausstellung geführt. Die dort ausgestellten Kunstwerke sowie Merchandise-Artikel sind käuflich zu erwerben. 

Foto: Johannes Dietschi

Stoff

Die Romantriloge „Shades of Grey“ von E L James ist inzwischen mehr als 70 Millionen mal verkauft worden. Ausgehend von der These, dass Bestseller wie ein Seismograf für die Schwingungen in unserer Gesellschaft funktionieren, entstand der Wunsch, den Stoff  theatral zu bearbeiten. Weiterhin gehen wir davon aus, dass das Erfolgsgeheimnis des Romans nicht auf seinen erotischen / pornografischen Inhalt zurückzuführen ist, sondern auf die Art und Weise wie in der sado-masochistischen Beziehung zwischen den Hauptfiguren Anastasia Steele und Christian Grey die Verfassung der Beziehungen zwischen Männern und Frauen in der Spätmoderne mitschwingt.

Foto: Johannes Dietschi

Motivation

Gerade in der männerdominierten Kunstszene ist es nicht einfach sich als Frau zu behaupten. Es besteht die ständige Angst, hinter einem an sich im Arbeitsprozess gleichberechtigten Mann in der Rezeption zu verschwinden.Anastasia Steele wird plötzlich zu Christian Greys Anhang und verliert so in der öffentlichen Wahrnehmung ihre Unabhängigkeit. In der Beziehung ist sie jedoch (ausserhalb des Schlafzimmers) nicht durchgehend der submissive Part. Steeles Streben nach Eigenständigkeit und gleichzeitig die Sehnsucht nach der Symbiose stellt die zentrale Problematik der Performance dar.

Premierenaufzeichnung gefilmt von Christopher Kriese und Felix Jungo

Team

Maude Hélène Vuilleumier, (Szenografin und Kostümbildnerin), Liliane Koch (Theatermacherin), Katharina Heissenhuber (Opernsängerin und Schauspielerin) und Magnhild Fossum (Tänzerin und Choreografin) stellen ihr eigenes biografisches Material zur Verfügung und bearbeiten den Stoff  aus feministischer Perspektive. Sie stellen sich selbst als Performerinnen auf die Bühne und verbinden sich mit / reiben sich an der fiktiven Figur der Anastasia Steele. Jede der vier bringt einen anderen künstlerischen Hintergrund mit. 

Aufführungen

18./19./20. September 2014, Zeughaus 3, Theater der Künste, Zürich

Foto: Johannes Dietschi